kontaktbox leer

ec-fachbeiträge

Wie viele Ressourcen braucht Social Media im Personalmarketing?

Social Media ist weiterhin einer der großen Trends im Personalmarketing. Und so machen sich immer mehr auf den Weg (oder planen dies), auch die sozialen Netzwerke fürs Employer Branding und im Recruiting zu verwenden. In diesem Zusammenhang stellen sich früher oder später die beiden Fragen, welche Netzwerke und Portale für Personalmarketing wirklich taugen und welche Ressourcen für die Einrichtung und die laufende Betreuung benötigt werden. Es gibt bereits verschiedene Infografiken, wie beispielsweise das Social Media Prisma von ethority oder Social Media braucht Zeit von Ralf Heinrich von kreativbüro.

Mir scheint es nötig, nach mehreren allgemeinen Betrachtungen, den Fokus auf das Human Resources Management zu legen. Meine nachfolgende Infografik "Social Media im Personalmarketing" soll Ihnen wichtige Anhaltspunkte liefern, welche Netzwerke relevant sind, welche Arten der Beteiligung es gibt, wie hoch der zeitliche und finanzielle Aufwand ist, welche Kommunikationsformen es gibt und nicht zuletzt, wie sich die Außenwahrnehmung entwickelt.

Infografik - "Leuchtturm - Social Media im Personalmarketing"

Social Media im Personalmarketing von Axel Haitzer Leuchtturm.jpg

Wenn ich es richtig gemacht habe, sollte die Infografik selbsterklärend sein ;-) dennoch ein paar Hinweise und Anmerkungen: Der Leuchtturm symbolisiert die Außenwirkung, also die Sichtbarkeit des Unternehmens als Arbeitgeber.

Die Stufe "Beobachten", unterhalb der Wasserlinie, bringt demzufolge noch keine Sichtbarkeit, ist aber dennoch VOR dem Start dringend zu empfehlen. Das Motto lautet: erst zuhören, dann diskutieren und mitmachen.

Bei der zweiten Stufe "Fallweise informieren, posten" sind die Kanäle ausgegraut. Hier wird hin und wieder mal was veröffentlich. Es findet kein Dialog statt. Viele Firmen nutzen Social Media Netzwerke genau so. Es werden ein paar Videos auf YouTube geladen, ein paar Bilder auf Flickr oder Pinterest veröffentlicht und bei Facebook ab und zu eine offene Stelle gepostet. Social Media geht anders! Eine der wichtigsten Kommunikationsformen im Social Web ist Dialog statt Monolog.

So weit, so gut. Nun zur zentralen Frage nach dem Aufwand. Aus gutem Grund finden Sie in meiner Infografik keine konkreten Zeitangaben und Investitionssummen. Ohne die Ziele genau definiert zu haben, kann der Aufwand (Zeit und Geld) nur "von bis" und in Relation zu den verschiedenen Arten der Beteiligung untereinander angegeben werden. Durchschnittswerte brächten uns nicht weiter. Erinnern wir uns an die Weisheit der Jäger: Einmal links vorbeigeschossen und einmal rechts, gibt allenfalls im Durchschnitt einen toten Hasen, in Wirklichkeit bleibt die Küche kalt. Dem einmaligen und laufenden Aufwand der Social-Media-Aktivitäten kann man sich erst nach der Festlegung der quantitativen und qualitativen Ziele seriös nähern.

So macht es verständlicherweise einen großen Unterschied, ob eine Community mit 500, 5.000 oder 50.000 Menschen aufgebaut werden soll und ob dies 3 Monate, 12 Monate oder 36 Monate dauern soll. Noch komplexer wird es, wenn neben der bloßen Anzahl der Freunde/Mitglieder/Follower (= quantitative Ziele) auch qualitative Ziele betrachtet werden. Freunde können gekauft werden, durch Tricks (der Klick zur Jobbörse macht den Besucher automatisch zum "Freund"), durch die Teilnahme an einem Gewinnspiel gesammelt werden oder seriös (und mühevoll) mit nutzbringendem Content und echtem Dialog gewonnen werden. Zum Thema Qualität gehört auch die Höhe der Interaktion und natürlich am Ende der nachweisbare Recruiting-Erfolg. Jetzt haben wir gerade mal die Stufe "Netzwerk/Community" angerissen. Zu jeder anderen Stufe müssten analog die quantitativen und qualitativen Ziele beleuchtet werden.

Meine Erfahrungen aus der täglichen Beratungspraxis zeigen mir, dass der Aufwand, um im Personalmarketing eine Sichtbarkeit zu erreichen und Recruiting-Erfolge zu erzielen, regelmäßig massiv unterschätzt wird. Schon in der Stufe "Aktiv mitmachen, diskutieren" können, je nach Intensität, zwischen 30 Minuten und 10 Stunden pro Woche nötig sein. Was im Einzelfall sinnvoll ist, und welcher Aufwand zum Aufbau und der laufenden Betreuung Ihrer Social-Media-Aktivitäten notwendig ist, können Experten einschätzen. Den konkreten Aufwand zu pauschalieren, halte ich daher für nicht zielführend.

Verwandte Beiträge

  • Keine Kommentare gefunden
Kommentar hinzufügen