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Der Personalmarketing-Mix

Die Marketingpolitik umfasst alle strategischen, operativen und organisatorischen Entscheidungen der Unternehmen, die unter Beachtung der relevanten Rahmenbedingungen den Verkauf der angebotenen Produkte und Dienstleistungen betreffen. Die Kombination der verschiedenen Instrumente, konkreten Maßnahmen und Aktionen, um die Marketingpolitik in die Praxis umzusetzen, wird als Marketing-Mix bezeichnet. Der Marketing-Mix beschreibt die Auswahl, Koordination und Integration der zu verwendenden Instrumente, Aktionen und Maßnahmen untereinander.

Nachdem im Marketing-Prozess-Modell die Ziele formuliert und die Strategie festgelegt ist, erfolgt über den Marketing-Mix die praktische Umsetzung des theoretischen Fundaments. Die klassische Marketinglehre unterscheidet im Produktmarketing vier Elemente, die auch als die vier P’s bekannt sind. Dies sind: Product (Gestaltung der Produkte und Leistungen), Price (Preisgestaltung), Place (Distribution) und Promotion (Kommunikation). Diese Einteilung wurde erstmals 1960 von Jerome McCarthy[1] vorgeschlagen.

Mit Hilfe des Marketing-Mix lassen sich die Personal- und Ausbildungsmarketing-Strategien in konkrete Aktionen umsetzen. Wie Professor Dr. Reiner Bröckermann[2] und vor ihm schon andere Experten feststellten, lassen sich die vier P’s des Produktmarketing-Mix nicht unreflektiert auf das Personalmarketing übertragen. Doch immer wieder wird genau das krampfhaft versucht. So eignet sich der Punkt Price, also die Preisgestaltung, zur Adaption nur auf den ersten Blick perfekt. Im Produktmarketing versteht man unter Price den Preis, den der Kunde zu zahlen hat, sowie alle für ihn relevanten Rahmenbedingungen wie Zahlungs- und Kreditbedingungen, Rabatte, Garantien oder Ähnliches. Analog übertragen aufs Personalmarketing wäre es die Einbuße von Freizeit, die der Kunde, also der Mitarbeiter, zu „bezahlen“ hat. Sinnvoll erscheint hier die Umkehr der Betrachtungsweise. Mit Price ist besser die Entgeltpolitik des Unternehmens zu verstehen. Place wird im Produktmarketing als Distribution verstanden. Die Frage lautet: Wie kommt das Produkt möglichst einfach, schnell und kostengünstig zum Kunden? Themen wie Absatzkanäle, Absatzmittler, Standorte, Lagerhaltung und Transportmöglichkeiten spielen in der Distributionspolitik eine Rolle. Es braucht schon viel Fantasie, um die Distribution auf das Personalmarketing zu übertragen. Wird der Inhalt vollkommen umgebaut, könnte man den Arbeitsort darunter verstehen. Es scheint mir jedoch weder sinnvoll noch zielführend sich hier zu verrenken und sich zwingend auf die vier klassischen P’s zu beschränken. Wer sagt denn, dass es genau die vier klassischen P’s aus dem Produktmarketing sein müssen? Zur Entwicklung des Personalmarketing-Mix habe ich zwar den Grundgedanken des Produktmarketing-Mix verwendet, diesen aber verändert und vor allen Dingen auf zwölf P’s erweitert. Mein Modell für den Personal- und Ausbildungsmarketing-Mix sieht wie folgt aus:

Infografik zum Personalmarketing-Mix P12

P12 Personalmarketing-Mix nach Axel Haitzer.jpg

 

Die 12 Punkte im Personalmarketing-Mix hier nochmal in Textform. Sie lauten:

  • Public Opinion – der Ruf Ihres Unternehmens, Ihrer Branche und Ihre Standortes
  • Policy – Ihre Grundsätze, die Rahmenbedingungen, Ihr Credo
  • Positioning – Ihre Zielgruppe/n, Ihr Alleinstellungsmerkmal
  • Product – Ihr Arbeits-/ Ausbildungsplatzangebot als Produkt
  • Price – Ihre Entgeltpolitik
  • Peace of Mind – wie Sie Vertrauen aufbauen
  • Partnership – die Kooperation mit Multiplikatoren
  • Personnel – z. B. die „richtigen“ Mitarbeiter in der Kommunikation
  • Promotion – alle Ihre Maßnahmen zur Bekanntmachung
  • Processing – Ihr Prozess-Management und der Workflow
  • Pamper – das Wohlfühlerlebnis für Bewerber und Mitarbeiter
  • Perfect Completion – die perfekte Umsetzung

 

1  Jerome McCarthy: Basic Marketing: A managerial approach, 1960
2  Bröckermann; Personalmarketing, Schäffer-Poeschel Verlag, ISBN 3-7910-2041-2, 2002

 

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