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Personalmarketing und Recruiting von Auszubildenden im Öffentlichen Dienst

Den Wettlauf um die Fachkräfte gewinnen

Dem Arbeitsmarkt in Deutschland stehen insgesamt zunehmend weniger Nachwuchs- und Fachkräfte zur Verfügung. Die Ursachen hierfür sind hinlänglich bekannt. Für den Öffentlichen Dienst ist es daher bereits heute eine enorme Herausforderung, motivierte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Jammern, abwarten und philosophieren hilft da wenig. Jetzt gilt es, beherzt zu handeln und neue Wege im Personal- und Ausbildungsmarketing zu gehen! Die Recruiting-Werkzeuge und Methoden im Öffentlichen Dienst müssen mindestens so gut sein, wie die der Privatwirtschaft – am besten noch kreativer und wirkungsvoller.

In der guten alten Zeit hieß Recruiting noch Personalbeschaffung. Und alles war einfacher und übersichtlicher. Eine inhaltlich standardisierte und mittelmäßig gestaltete Anzeige in der lokalen Tageszeitung genügte, um aus vielen Bewerbern den passenden auszuwählen, und die Vakanz zu besetzen. Zugegeben, wurden spezielle Fach- und Führungskräfte gesucht, musste für ein Inserat in der Süddeutschen, der FAZ oder anderen überregionalen Zeitungen etwas mehr Aufwand betrieben werden. In den vergangenen Jahrzehnten war die Mitarbeitergewinnung fast ausschließlich eine reine Verwaltungsaufgabe innerhalb der Personalabteilung. Das hat sich grundlegend geändert. Wegen seiner strategischen Bedeutung rückt das Thema zunehmend in den Fokus der Geschäftsleitung. Der Handlungsbedarf wurde erkannt, denn aus der einst reaktiven Verwaltungsaufgabe ist längst eine proaktive Recruiting- und Marketingaufgabe geworden. Eine Stellenanzeige zu schalten und zu warten, reicht nur noch selten. Ganz, ganz selten. Heute ist für erfolgreiches

Personalmarketing ein ständiger Dialog mit Talenten über die verschiedensten Kanäle notwendig. Für die Bewältigung dieser neuen und vielfältigen Herausforderungen fehlt oft (noch) das nötige Know-how. Natürlich müssen auch Ressourcen bereitgestellt werden, denn die Arbeiten lassen sich nicht nebenbei erledigen.

Verkehrte Welt?

Was früher undenkbar gewesen wäre, ist heute zunehmend Realität: Arbeitgeber bewerben sich bei qualifizierten Kandidaten und nicht mehr umgekehrt. Aufgrund des enger werdenden Arbeitsmarkts stehen Talenten ohnehin alle Türen offen. Die qualifizierten Kandidaten können sich aussuchen, wo sie arbeiten möchten. Gleichzeitig sorgt das Internet, beispielsweise mit Foren und Arbeitgeberbewertungsplattformen, für eine Transparenz, die nicht jedem Arbeitgeber recht ist. Fast alle (Werbe-)Aussagen der Arbeitgeber sind schnell mit ein paar Mausklicks überprüfbar. Die Bewerber haben ein anderes Rollenverständnis und ein höheres Selbstwertgefühl entwickelt. Personalmarketing nach Gutsherrenart ist passé – gefragt ist ein wertschätzender Dialog auf gleicher Augenhöhe.

Ihre Marke als Arbeitgeber

Sagen potenzielle Bewerber über Haus als Arbeitgeber mit leuchtenden Augen "da würde ich gerne arbeiten"? - Dies wird auf breiter Front nur geschehen, wenn Sie sich aktiv um den Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke, also um das Employer Branding, kümmern.

Multichannel-Marketing

Verschiedene Studien belegen, dass die Mehrzahl der Bewerber eine ansprechende Arbeitsumgebung, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten und ein familien-freundliches Arbeiten einer hohen Vergütung vorzieht. Das ist eine der Chancen des Öffentlichen Dienstes, gerade im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft zu punkten. Eine anziehende Arbeitgebermarke aufzubauen, vereinfacht das Recruiting erheblich und ist daher nicht Kür, sondern Pflicht. Die ARD / ZDF-Onlinestudie 2012 belegt, dass 97,6 Prozent der 14- bis 39-Jäh-rigen regelmäßig online sind. Es gibt sage und schreibe rund 1.800 Online-Jobbörsen Deutschland. Dazu kommt eine schier nicht zu überschauende Vielfalt und Vielzahl von Social-Media-Plattformen und Netzwerken. Bei diesen Zahlen drängt sich die Frage auf: "Ist effizientes Personal- und Ausbildungsmarketing ohne Karriere-Website, App, Blog und Social Media-Plattformen wie YouTube, XING, Facebook, Google+, Pinterest, Twitter, kununu Co. überhaupt noch möglich?" Die Antwort lautet: "Nein!" - ohne Online-Jobbörsen und eine attraktive Karriere-Website, die mehr bietet als eine reine Aufzählung offener Stellen, ist er-folgreiches Personalmarketing heute nicht möglich. Zusätzlich ist der Einsatz von Social Media fast immer sinnvoll. Auf die Nutzung welcher Plattformen Sie, in Ihrem konkreten Fall, keinesfalls verzichten sollten, analysieren Sie am besten mit erfahrenen Personalmarketingexperten. Schnelle und effiziente Recruiting-Prozesse sind heute Pflicht. Der Öffentliche Dienst steht bei vielen potenziellen Bewerben im Ruf, komplexe Strukturen und lange Entscheidungswege zu haben. Mit einem softwaregestützten Bewerbermanagement treten zunehmend auch Arbeitgeber im Öffentlichen Dienst den Gegenbeweis an. Die vielen Routinearbeiten im Bewerbungsprozess werden extrem vereinfacht und beschleunigt. Gleichzeitig kann mit solchen Systemen ein eigener Talentpool aufgebaut werden. So lassen sich vakante Positionen sehr schnell und mit enormen Kosteneinsparungen besetzen.

Jetzt sind Sie gefordert!

Auf den Punkt gebracht: Um die heiß begehrten Fachkräfte zu gewinnen, müssen die Personaler anders denken und anders handeln als noch vor wenigen Jahren. Und vor allen Dingen aktiv werden.

Dieser Artikel ist im September 2013 im Behörden Spiegel erscheinen. Sie können den Artikel als PDF-Dokument downloaden.

 

Das Seminar "Public Recruiting – Moderne und wirkungsvolle Personalrekrutierung für Behörden"

Der Behörden Spiegel veranstaltet gemeinsam mit Axel Haitzer, dem anerkannten Experten für Personal- und Ausbildungsmarketing, Azubi-Recruiting und Fachkräftesicherung, am 5. und 6. November 2013 in Bonn ein Praxis-Seminar zur modernen und wirkungsvollen Personalrekrutierung für Behörden. Weitere Informationen finden Sie in unserem Seminarbereich.

 

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